1882 wurde eine zweite Synagoge in der Wiesbadener Friedrichstraße eingeweiht. Sie gehörte der sogenannten Alt-Israelitischen Kultusgemeinde. Ihre Mitglieder hatten 1876 den Austritt aus der Israelitischen Kultusgemeinde, die ihre Synagoge am Michelsberg hatte, beschlossen. Jüdinnen und Juden mussten zuvor per Gesetz einer Gemeinde angehören und es durfte nur eine Gemeinde in einer Stadt geben. Die Synagoge in der Friedrichstraße stand bis 1964 in ihrer ursprünglichen Form. Sie wurde in den Novemberpogromen 1938 angezündet, aber nicht zerstört. Nach dem Einmarsch der U.S. Army im März 1945 reparierten sie die Synagoge notdürftig, sodass dort wieder Gottesdienste stattfinden konnten. An ihnen nahmen Überlebende der Shoah und jüdische Soldaten der U.S. Army teil.

1946 wurde die Jüdische Gemeinde Wiesbaden in der Synagoge in der Friedrichstraße wiedergegründet. Wegen der vielen Schäden am Gebäude entschied sich der Gemeindevorstand 1963, Synagoge und Gemeindezentrum abzureißen und durch einen Neubau am gleichen Standort zu ersetzen. 1966 wurde die neue Synagoge eingeweiht und ist mit dem angrenzenden Gemeindezentrum seitdem das Zentrum jüdischen Lebens in Wiesbaden.

Mehr zur Geschichte der Synagoge finden Sie in unserer Onlineausstellung:

Bild: Einweihung der Synagoge Friedrichstraße, 11.9.1966. Die Thora-Rollen werden in den Synagogenneubau eingebracht. Vorn: Oberkantor Estrongo Nachama. Fotograf: Joachim B. Weber. StAWI, Fotosammlung, Foto-Nr. 000500

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