Philipp Hoffmann – Hofbaumeister und „Star-Architekt“

Philipp Hoffmann
geb. 
23. November  1806 in  Geisenheim;
gest. 
3. Januar  1889 in  Sanremo, Italien, beigesetzt in Wiesbaden

Grab von Philipp Hoffmann, um 1980. Fotograf: unbekannt. StadtA WI F000-4523

Als die Israelitische Kultusgemeinde Philipp Hoffmann 1861 den Auftrag erteilte, eine neue Synagoge für sie zu bauen, hatte Hoffmann bereits das Erscheinungsbild Wiesbadens geprägt. Der 1806 in Geisenheim geborene Stadtbaumeister wurde an der Akademie der bildenden Künste in München ausgebildet und trat 1830 in den nassauischen Staatsdienst ein. Eines seiner ersten Projekte war der sogenannte Rheingauer Dom in Geisenheim, anschließend wirkte er am Bau des Wiesbadener Stadtschlosses (heute Sitz des Landtages) mit. Ab 1850 trug er die Berufsbezeichnung Herzoglich-nassauischer Hofbaumeister.

Er baute die Bonifatiuskirche, die Russisch-Orthodoxe Kirche, den Monopteros auf dem Neroberg, gemeinsam mit dem Architekten Carl Boos das Ministerialgebäude an der Luisenstraße, das Waterloo-Denkmal auf dem Luisenplatz, die Kaiser-Wilhelms-Heilanstalt und die Synagoge am Michelsberg.

1870 wurde Philipp Hoffmann zum Ober-Baurat ernannt und er ging in Rente. Neben seinen Arbeiten in Wiesbaden prägte er auch Bad Schwalbachs Architektur. Er starb 1889 in San Remo.

Für die Erfüllung des Auftrags, eine Synagoge für die Israelitische Kultusgemeinde Wiesbaden zu bauen, reiste Philipp Hoffmann viel, um sich ähnliche Projekte anzuschauen. Er besichtigte die Wilhelma in Bad Cannstatt und die im maurischen Stil erbaute Synagoge in der Glockengasse in Köln. Einige Zeichenstudien, die er in Italien angefertigt hat, sind in den Beständen des sam – Stadtmuseum am Markt erhalten.

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Handzeichnungen von Philipp Hoffmann, Sammlung sam – Stadtmuseum am Markt

Dass die Israelitische Kultusgemeinde 1862 den bekannten Baumeister fragte, ob er die Synagoge bauen möchte, zeigte das neue Selbstverständnis der jüdischen Gemeinden in dieser Zeit: Sie traten gleichberechtigt neben die christlichen Kirchen. Hoffmann hatte aufgrund seiner vorherigen Aufträge viele nützliche Verbindungen zu staatlichen und städtischen Behörden.

Text: Dr. Katherine Lukat, Stadtarchiv Wiesbaden

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